Täglich kommen mehr und mehr Asylbewerber zu uns. Sicher ist es angebracht, endlich konkrete Hilfe in die Wege zu leiten, um diesen Menschen ein würdiges Leben in ihren Heimatländern zu ermöglichen. Dies wird allerdings von den europäischen Ländern nur mangelhaft und zögerlich angegangen. So kommen verständlicherweise die Menschen zu uns, weil sie einerlei andere Chance mehr für sich und die ihrigen sehen.

Bedenken wir: Jeder von uns, in einer vergleichbaren Lage, würde genauso handeln. Erfahrungen von Hunger, körperlichem und seelischem Leiden, Ausgestoßen sein, Vertreibung, Flucht, Sprachlosigkeit (fremde Sprache), Verständigungsbarrieren (Analphabetismus), kultureller Isolation, Familientrennung und vieles mehr führten und führen schnell zu Traumata, Depression und Aggression. Wir müssen konkret vor Ort nach besten Kräften helfen. Natürlich ist hier auch die Bereitschaft zur Mitwirkung seitens der Asylbewerber gefordert. Es geht nur miteinander. Dann können wechselseitig die Kulturen voneinander lernen und sich miteinander weiterentwickeln. Menschen anderer Kulturen sind eine Bereicherung für die eigene Kultur. Die eigene Kultur bereichert auch Menschen anderer Kulturen. Mit der nötigen Sensibilität für einander, der Kraft gebündelter Hilfe und der Anstrengung helfende Hände und der Asylbewerber kann eine ungeheure Herausforderung produktiv bewältigt werden.

Wichtig ist dabei eine Übersicht der verschiedenen Problembereiche zu gewinnen, damit dann genau darauf bezogen gehandelt werden kann. Deshalb haben wir eine naturgemäß vorläufige Übersicht entwickelt, die verschiedene Themen rund um die Hilfe für die Asylbewerber darstellt.

 

Die Grafik (Mindmap Asyl in Gilching) zeigt die hauptsächlichen Bereiche auf, die zu berücksichtigen sind. Vieles geht dabei ineinander und bedingt sich gegenseitig. Es gibt allerdings auch eine Rangfolge:

 

  1. Ganz wichtig und obenan steht die menschenwürdige Unterkunft für die Asylbewerber. Hier benötigt man private, kommunale, kirchliche und staatliche Hilfe. Unbedingt zu vermeiden ist eine Ghettoisierung durch (längere) Unterbringung in Zeltstädten etc. Alles, was die Isolation der Asylbewerber im lokalen Umfeld befördert ist schädlich. Einerseits verbleiben die Asylbewerber in ihrem gewohnten kulturellen Umfeld und lernen die Landeskultur und örtlichen Gepflogenheiten nicht kennen, andererseits haben auch die ortsansässigen Bewohner keine Möglichkeit zu einem normalen Umgang mit „den Fremden“.
  2. Mindestens ebenso wichtig ist die Ermöglichung einer ausreichenden sprachlichen und meist auch schriftlichen Kommunikation. D.h. professionelle Deutschkurse und ein Angebot zur Alphabetisierung. Nur dann kann Verständigung wechselseitig gelingen.
  3. Es muss Klarheit bestehen über die Zuständigkeiten, Finanzierungen, Versicherungen, rechtliche Stellung etc. Dazu bedarf es auch einer schnellen Kommunikation der helfenden Instanzen untereinander, klarer Ansprechpartner, kurzer Wege etc.
  4. Freizeitbetätigung, zum Beispiel Sport, Musik etc. helfen den Asylbewerbern aktiv zu bleiben und sich im lokalen Umfeld einzubringen sowie zu präsentieren.
  5. Die Sensibilisierung von Asylbewerbern und Ortsansässigen füreinander kann zum Beispiel auch über gemeinsame kulturelle Aktionen gelingen. Hier spielt auch die Information zu den jeweiligen Kulturen und Religionen eine außerordentlich wichtige Rolle, um Eigenheiten und Probleme wechselseitig zu verstehen. Wichtig ist dabei zu erkennen, dass extreme klimatische Unterschiede, andere kulturell bedingte Zeit- und Raumauffassungen, spezifische Familienstrukturen, andere Verkehrsdichten etc. aufeinander stoßen und zu einem Ausgleich gebracht werden müssen.

 

Details zu den Themen und damit verbundenen Fragen veranschaulicht die Grafik.

 

Abschließend ist wichtig festzuhalten, dass die Hilfe für Asylbewerber durch niemanden für eigene Zwecke instrumentalisiert werden darf. Dies wäre der Sache nicht dienlich.

 
Text von: Dr. Michael Rappenglück (Fraktionsvorsitzender SPD Gilching)

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