Bürgermeister Manfred Walter beim Interview

Redaktion: Was motiviert Sie, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren?

Manfred Walter: Zum einen habe ich eine große Leidenschaft für dieses Amt entwickelt. Es macht mir unglaublich viel Freude, meinen Heimatort in dieser Position entscheidend zu prägen und fit für die Zukunft zu machen. Zum anderen bestehen noch große Herausforderungen, deren Umsetzung anstehen. Ich nenne hier z. B. die Entwicklung der Gilchinger Glatze, die Umsetzung der Verkehrswende, den Bau der neuen Feuerwehrhäuser und des BRK-Zentrums und vieles mehr. Ich würde mich sehr freuen, dies alles weiterhin federführend mitgestalten zu können.

Redaktion: Was erhoffen Sie sich von der Kommunalwahl?

Manfred Walter: Den Gilchinger Gemeinderat zeichnet ein hohes Maß an Kollegialität und Entscheidungsfreude aus. Ich hoffe, dass dieser Spirit auch in der nächsten Wahlperiode erhalten bleibt. Mein besonderer Wunsch allerdings ist, dass wir weiterhin als starke SPD-Fraktion unsere erfolgreiche, sozialdemokratisch geprägte Kommunalpolitik fortsetzen können. Die Arbeit innerhalb unseres Teams macht Spaß und führt zu hervorragenden Ergebnissen.

Redaktion: Welche Themen stehen bis zur Wahl noch an?

Manfred Walter: Die beiden großen Themen der nächsten Wochen werden die Erstellung des Haushalts für das Jahr 2020 und die begleitenden Maßnahmen zur Verkehrsführung durch die Eröffnung der Westumgehung sein. Hier gibt es viel zu tun.

Redaktion: Vor welchen Herausforderungen steht Gilching in den nächsten 10 Jahren?

Manfred Walter: Gilching ist eine Zuzugsgemeinde. Das Bevölkerungswachstum bringt viele gesellschaftliche und infrastrukturellen Herausforderungen mit sich. Diese müssen wir aktiv anpacken und im Dialog miteinander ein lebenswertes Wohn- und Arbeitsumfeld schaffen.

Redaktion: Ist das Amt des Bürgermeisters eigentlich ein normaler Job?

Manfred Walter: Ganz sicher nicht. Die Chance, stellvertretend für fast 20.000 Bürgerinnen und Bürger eine Gemeinde zu führen, ist eine enorme Herausforderung. Es macht mir aber unglaublich viel Freude, diese Aufgabe jeden Tag aufs Neue anzupacken und all die Entwicklungs- und Gestaltungsfragen zu moderieren und umzusetzen. Es ist eine sehr erfüllende Aufgabe.

Redaktion: Was verbinden Sie ganz persönlich mit Gilching?

Manfred Walter: Gilching ist meine Heimatgemeinde – hier bin ich geboren, hier habe ich mein ganzes Leben verbracht. Ich kenne die Menschen, ich habe die Entwicklung Gilchings in den letzten rund 50 Jahren miterlebt, ich spüre den Herzschlag dieser Gemeinde. Gilching bedeutet für mich Heimat.

Seit einigen Jahren fordert die Gilchinger Feuerwehr zur Recht, dass sie endlich ein neues Feuerwehrhaus erhält. Das bestehende Haus ist nicht mehr geeignet für die heutigen Herausforderungen an eine funktionierende Feuerwehr. Deshalb freuen wir uns sehr darüber, dass der Gilchinger Gemeinderat kürzlich einstimmig der ersten Planung des neuen Hauses auf dem Festplatz zugestimmt hat. Eine Feuerwehr muss zentral gelegen sein, um im Einsatzfall optimal arbeiten zu können und schnell jeden Einsatzort zu erreichen. Durch die zum Starnberger Weg hin geschaffene Landschaftserhöhung wird der Lärmschutz gut gewährleistet. Auch wenn das Feuerwehrhaus eine Menge Geld kosten wird, setzen wir uns für ein kurzes Verfahren und eine schnelle Umsetzung ein. Die vielen ehrenamtlichen Feuerwehrlerinnen und Feuerwehrler (und deren Familien) haben es verdient und alle Bürgerinnen und Bürger werden es (spätestens) im Einsatzfalle danken.

Seit vielen Jahren wird die Umgestaltung der Gilchinger Glatze geplant und viele Bürgerinnen und Bürger sind gespannt, wie es weitergeht und wann die Bebauung beginnt. Nach einer Phase der Bürgerbeteiligung im moderierten Rahmen hat im vergangenen Jahr die erste Auslegung der Pläne stattgefunden. Viele hunderte Einwendungen haben das Rathaus erreicht und diese werden aktuell bearbeitet. Im Anschluss wird es womöglich Plananpassungen und eine weitere Auslegung geben. Wie lange es noch dauern wird, bis die Glatze und vor allem der entstehende Park mit Landschaftssenke gebaut wird, können auch wir nicht sagen. Dass dieses Projekt unsere volle Unterstützung hat und wir die Planungen zügig voranbringen wollen, teilen wir auf diesem Wege gerne mit.

Im April haben wir im Gemeinderat den Antrag auf Abschaffung der Kindergartengebühren gestellt und sind dabei leider knapp gescheitert. Wir setzen weiterhin darauf, dass die Familien durch die Abschaffung der Gebühren entlastet werden und nicht der Geldbeutel entscheidet, wer nun mehr oder weniger Stunden buchen kann. Außerdem wollen wir die Bürokratie (Abbuchung der Gebühren) verringern. Wir freuen uns sehr darüber, dass sich eine Bürgerinitiative gefunden hat, die nun mit einem Bürgerantrag dieses Thema erneut in den Gemeinderat tragen will und hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger diesen Antrag unter schreiben. Unterschreiben können Sie z.B. bei unserer nächsten Veranstaltung am 27.11.2019 um 19.00 Uhr im Rathaus. Schreiben Sie uns gerne und Sie erhalten weitere Informationen.

Bei unserem Infostand in der Sonnenstraße hat uns ein Bürger darauf aufmerksam gemacht, dass es äußerst unglücklich sei, dass immer wieder Leute lange vor dem Glascontainer in der St. Gilgener-Straße parken und somit die Anlieferung von Altglas erschweren. Da wir davon ausgehen müssen, dass nicht jeder sein schweres Altglas mit dem Fahrrad oder zu Fuß anliefert, darf dieser Bereich unseres Erachtens nur zur Anlieferung, nicht aber zum Parken genutzt werden. Nicht einmal eine Woche später hat die Gemeindeverwaltung auf unsere Anregung hin zwei Parkverbotsschilder aufgestellt, sodass ein Zuparken in Zukunft hoffentlich nicht mehr vorzufinden ist.

Auch hier haben wir von einem Bürger den Hinweis erhalten, dass die verkehrliche Situation an der Ecke Mars-/Sonnenstraße ungünstig ist. So haben Autofahrer das Problem, dass sie oft nur mit mehrmaligem Rangieren aus der Marsstraße links in die Sonnenstraße abbiegen können, da gegenüber von der Marsstraße an der Sonnenstraße geparkt wird. Auch wenn das Parken in Kreuzungen grundsätzlich nicht erlaubt ist, hat die Gemeindeverwaltung auf unsere Anregung hin sofort entsprechende Schilder aufgestellt, damit das Problem gelöst wird.

Vor über zwei Jahren haben der Jugendreferent Christian Winklmeier und die Vorsitzende des Jugendbeirats, Kerstin Königbauer, den Antrag an den Gemeinderat gestellt, südlich der bestehen den Kletterhalle eine neue und dauerhafte Skateranlage zu errichten. Viele Gilchinger Jugendliche freuen sich auf eine langfristige Unterkunft zum scootern und skaten, da klar ist, dass die bestehende Skateranlage im Rahmen der Glatzenbebauung beseitigt werden muss. Der beschlossene Standort bei der Kletterhalle sorgt dafür, dass das Sport- und Freizeitareal rund um die James-Krüss-Grundschule eine weitere Attraktion erhält. Wir hoffen, dass die Skateranlage im Laufe der nächsten beiden Jahre verwirklicht werden kann und setzen uns dafür ein, dass die Jugendlichen selbst ihre Wünsche und Anregungen bei der Planung einbringen können.

Intensiv wurde im vergangenen Jahr darüber diskutiert, dass die Menge an Insekten, Vögeln und weiteren heimischen Arten immer stärker zurückgeht. Um diesem Trend etwas entgegenzusetzen und das Ökosystem zu stabilisieren, hilft es, Flächen zu schaffen, die nicht versiegelt werden, sondern Pflanzen wild blühen lassen und damit Insekten anlocken. Neben dem tollen Engagement vieler Landwirte, auch hier in Gilching (vielen Dank dafür!), die z.B. entlang des Starnberger Wegs oder gegenüber von der Feuerwehr entsprechende Flächen geschaffen haben, haben wir einen Antrag im Gemeinderat durchbekommen, der die Verwaltung auffordert, rund um das Rathaus weitere Blühflächen anzulegen. Die Anregung dazu wurde ebenfalls aus der Bürgerschaft im Rahmen unserer Auftaktveranstaltung gegeben. Vielen Dank dafür! Wir freuen uns schon auf viele blühende Flächen und viel Gesumme rund um das Rathaus im nächsten Frühjahr und Sommer!

Da das Verkehrssystem äußerst komplex ist und Änderungen bei einer Straße (z.B. Einführung Tempo 30 oder Einbahnregelung) immer auch Auswirkungen auf viele andere Straßen haben, wollen wir, dass die Gemeinde in Zusammenarbeit mit Fachbüros und der Bürgerschaft ein Mobilitätskonzept für ganz Gilching erstellt. Einen entsprechenden Antrag haben wir am 15.10.19 im Gemeinderat eingebracht. Wesentliche Ziele sind für uns eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, der Ausbau von Radverbindungen, die Stärkung des ÖPNV und die Einbeziehung aller Altersgruppen. Nach dem Bau der Westumgehung und dem sechsspurigen Ausbau der A 96 gibt es jetzt die Möglichkeit, grundsätzlich den innerörtlichen Verkehr neu zu strukturieren. Viele Ihrer konkreten Ideen werden wir in das Konzept einfließen lassen.

Der Kampf gegen das geplante Gautinger Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz geht weiter. Wir bringen uns weiter intensiv im Bündnis „Pro Bannwald“ ein und sind voller Optimismus, dass die Gemeinde Gauting ihre Pläne nicht verwirklichen kann. Es ist bezeichnend, dass Gauting nach vielen Jahren der Planung kaum Fortschritte verzeichnen kann. Wir gehen davon aus, dass angesichts des Bannwalds/Erholungswalds, des Landschaftsschutzgebiets, der Wasserschutzgebiete und den damit einhergehenden massiven Eingriffen in die Natur kein Gewerbegebiet errichtet werden kann. Wie die Landratskandidatinnen und -kandidaten zu diesem Thema stehen, wird das Bündnis Pro Bannwald mit diesen noch vor der Kommunalwahl diskutieren.

Podiumsdiskussion:
durchgeführt von „Pro Bannwald“ am 22.01.2020 um 19.00 Uhr, im Rathaus Gilching, Veranstaltungssaal.