Nach den Beschlüssen des Gilchinger Gemeinderates, für die längerfristige Unterbringung von Flüchtlingen eine Traglufthalle auf dem Festplatz und eine Containeranlage auf dem Gelände der Straßenmeisterei (neben Lidl, gegenüber von der James-Krüss-Grundschule) zu errichten, macht auch der sogenannte Notallplan des Freistaates vor der Gemeinde Gilching nicht Halt.

 

Der Notfallplan beinhaltet Notunterkünfte, die die regulären Erstaufnahmeeinrichtungen entlasten sollen. Der Landkreis Starnberg ist angehalten, im Rahmen dieses Notfallplans Kapazitäten für 300 Flüchtlinge zu schaffen, die kurzfristig ein Dach über dem Kopf erhalten sollen. Aktuell gibt es leider keine Alternativen zur kurzfristigen und vorübergehenden Nutzung von Turnhallen.

Da der Gemeinde Inning zugesichert wurde, dass die Nutzung der dortigen Turnhalle, in der bisher 200 Flüchtlinge leben, ab Ende Oktober wieder für Schule- und Vereinssport freigegeben wird, musste das Starnberger Landratsamt eine neue Lösung finden.

Auf Bitten des Landratsamtes hat der Gilchinger Gemeinderat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, dass die Rathausturnhalle bis Ende Februar als Notunterkunft dienen soll. Diese Entscheidung ist sehr kurzfristig gefallen, was vor allem am derzeit weiterhin nicht enden wollenden Zustrom an Flüchtlingen liegt.

Der Kreisbaumeister und der Abteilungsleiter Asyl im Landratsamt standen unserem Gemeinderatsgremium Rede und Antwort und machten dabei deutlich, dass alle Behörden am Rande ihrer Möglichkeiten arbeiten und deshalb solche kurzfristigen Maßnahmen leider nicht verhindert werden können.

Wir als SPD haben diesen Beschluss mitgetragen. Zugleich haben wir die große Hoffnung, dass sich weitere Gemeinden im Landkreis in Zukunft am Notfallplan beteiligen und diese immense Belastung für Schule, Sportverein und die Anwohnerschaft von allen Gemeinden im Landkreis getragen wird.

Wir sind der Meinung, dass wir diese für die Flüchtlinge und die Gilchinger Bürger schwierige Zeit dann gut überstehen, wenn alle an einem Strang ziehen. Dass nicht nur die Gemeinderäte, sondern auch die Schulleiterin der Mittelschule sowie die Verantwortlichen im TSV sehr konstruktiv mit diesem Thema umgehen, stimmt uns überaus positiv für die nächsten Monate.

Bei allen Beeinträchtigungen für die Schüler und Sportler dürfen wir nicht vergessen, dass nicht wir unter dieser angespannten Situation zu leiden haben, sondern vor allem die Flüchtlinge, die nach monate-, teils jahrelanger Flucht ermüdet und erschöpft, häufig verletzt und traumatisiert, letztlich froh sind, wenn sie ein Dach über dem Kopf haben und im Winter nicht auf der Straße leben müssen. Wir sind dazu verpflichtet, diesen Menschen eine einigermaßen menschenwürdige Unterkunft anzubieten, auch wenn wir dazu unseren Lebensstil ein klein wenig einschränken müssen. Leiden müssen die Flüchtlinge, nicht wir!

 

Am kommenden Dienstag, 27.10.15, findet um 19 Uhr eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung der Gemeinde Gilching und des Landratsamtes zum Thema Asyl in der Aula der Arnoldus-Grundschule statt.

 

Nur gemeinsam können wir diese Herausforderungen bewältigen!

 

Text verfasst von: Christian Winklmeier (Vorsitzender SPD Ortsverein Gilching, Gemeinderat)

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