Beiträge

von Daniel Büttrich

„Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, er hat zu existieren!“ (Helmut Schmidt, 2007)

Ohne Pathos, dafür mir spürbarer Sympathie bildet Meik Woyke den Ausnahmepolitiker Helmut Schmidt in seinem 2018 im Reclam Verlag erschienenen Buch „Helmut Schmidt. 100 Seiten“ ab.

„Willen und Zigaretten“, so lautet die Überschrift des ersten Kapitels und Schmidts Antwort auf die Frage, wie er als 90-jähriger ein so beachtliches Arbeitspensum noch bewältigen könne. Die Zigaretten gehörten wie die bewusst eingesetzten Pausen, durch die Helmut Schmidt Spannungsbögen in den öffentlichen Reden aufbaute, zu dem unverkennbaren Bild des großen Sozialdemokraten.

Der Autor zeichnet im Kapitel über Schmidts Kindheit im sozialdemokratisch geprägten Hamburger Arbeiterviertel Barmbek nach, dass bereits im kleinen, wissbegierigen und redegewandten Helmut das Talent zum späteren eloquenten Spitzenpolitiker „Schmidt Schnauze“ erkennbar war. Helmut Schmidts Vater Gustav, der in der Erziehung seiner beiden Söhne ein strenges Regiment führte und von Schmidt gleichsam gefürchtet sowie für seinen disziplinierten Bildungseifer und damit einhergehenden Aufstieg vom Proletarierjungen zum Rektor einer Schule bewundert wurde, legte Wert auf eine gute Schulausbildung seiner Kinder. Mit der reformpädagogischen, koedukatorischen Lichtwarkschule, an die sich Schmidt Zeit seines Lebens gerne und dankbar erinnerte, besuchte er eine Schule, die selbständiges Denken und Arbeiten förderte. Auf dieser Schule lernte Helmut Schmidt seine spätere Frau Hannelore kennen. Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 änderten sich die Verhältnisse an der Bildungseinrichtung, wodurch sich auch Helmut und Loki Schmidt vorübergehend aus den Augen verloren.

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Als ihn sein Sohn Lars am Sterbebett nach seinen Freunden fragt, antwortet Willy Brandt: „Egon“.
Willy Brandt und Egon Bahr waren nicht nur ein über Jahrzehnte eingespieltes politisches Tandem, sondern auch gute Freunde.
In diesem Buch zeichnet Bahr ein Bild des politischen und privaten Menschen Willy Brandt nach.
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